Schlechte Argumente können einpacken – „Jugend debattiert“ an der Nordseeschule geht in die nächste Runde

Sollen Schülerinnen und Schüler ihre Schule selbst putzen? Soll ein elternunabhängiges Bafög für alle Studierenden eingeführt werden? Wer bei Jugend debattiert antritt, weiß: Es kommt nicht darauf an, am lautesten zu sein, sondern mit den besten Argumenten zu überzeugen. In den letzten Wochen haben unsere Schülerinnen und Schüler bewiesen, dass sie die Fähigkeit der fairen Auseinandersetzung eindrucksvoll beherrschen.

 

Startschuss der Debatten: Die Mittelstufe legt vor

Bereits am 5. Dezember 2025 fiel der Startschuss für die diesjährige Wettbewerbsrunde. Nach der Unterrichtseinheit zum Thema „Jugend debattiert“ im Deutsch-Unterricht, die jeweils zwei Klassensieger/innen hervorbrachte, traten acht Schülerinnen und Schüler aus den 9. und 10. Klassen im Schulwettbewerb gegeneinander an. In spannenden Debatten wurde deutlich, wie intensiv sich die Jugendlichen auf ihre Themen vorbereitet hatten. Die erste Qualifikationsrunde startete mit der Frage „Sollen Schülerinnen und Schüler ihre Schule selbst putzen?“. Auf der einen Seite überwog das Argument, dass die Kinder einer Klasse Verantwortung übernehmen würden, auf der anderen Seite zeigten die Debattanten, dass die Umsetzung in einer Klasse nicht so einfach sei, denn es benötige einen konkreten Dienstplan, welcher z.B. bei Krankheit nicht durchzuführen sei.

Hochaktuell ging es in der zweiten Qualifikationsrunde mit der Frage: „Soll für das Fahren von E-Scootern eine Führerscheinpflicht gelten?“ weiter. Emma Rieper (9c), die auf der Contra-Position debattierte, überzeugte vor allen Dingen in einer Gegenüberstellung des E-Scooters mit dem Auto und dem Fahrrad. Auch Kirsten Haase (10b) brachte mit dem finanziellen Aspekt zu den Kosten eines weiteren Führerscheins auf der Contra-Seite die Debatte voran.

In den Debatten ging es selbstverständlich nicht nur um Sachkenntnis, sondern auch um die Gesprächs-, Ausdrucksfähigkeit und Überzeugungskraft: So war es zum Beispiel wichtig, den Gegner ausreden zu lassen, auf dessen Argumente einzugehen und dennoch den eigenen Standpunkt präzise zu vertreten. Die Jury hatte es bei der hohen Qualität der Beiträge sichtlich schwer, eine Entscheidung zu treffen. Dennoch erreichten Lewe Bahnsen (10a), Kirsten Haase (10b), Madita Harder (9a) und Thordis-Johanna Röhe (9c) das Finale, welches sich mit der Frage: „Soll Kupfergeld als gesetzliches Zahlungsmittel in Deutschland abgeschafft werden?“ auseinandersetzte. Am Ende zeigte Madita am besten ihre Fähigkeiten im Zusammenfassen der wichtigsten Argumente und belegte den 1. Platz. Auch Kirsten zeigte erneut ihr Können, indem sie auf EU-Ebene argumentierte, welche großen Auswirkungen die Abschaffung des Kupfergeldes doch für Europa haben könnte. Wir gratulieren ganz herzlich zum 1. und 2. Platz und drücken die Daumen für den Regionalwettbewerb in Niebüll.

Die Fortsetzung: Souveräne Debatten in der Oberstufe

Am 19. Januar folgte der zweite Teil des Wettbewerbs. Diesmal standen sich vier Debattanten aus der Jahrgangsstufe 11 und 12 in der Aula gegenüber. Die vier Teilnehmenden, Meiko Jensen, Fynn Dettmer (beide 11. Klasse), Iven Behrendt und Joris Röhe (beide 12. Klasse), lieferten sich einen wortstarken Schlagabtausch, bei dem die Klasse 8b als Publikum miterleben konnte, wie gelebte Demokratie aussieht: kritisch in der Sache, aber immer respektvoll im Umgang. Die erste Debatte zur Streifrage „Soll ein elternunabhängiges Bafög für alle Studierenden eingeführt werden?“ zeigte, dass das Argument der Ungerechtigkeit diesmal auf beiden Seiten mit unterschiedlichen Beispielen angeführt wurde. Aus der Sicht der Jury erkannte man schnell die hohe Qualität der Debatte. Dies bestätigten die Debattanten ebenfalls in der hochaktuellen zweiten Debatte mit der Streitfrage „Soll eine allgemeine Dienstpflicht für Jugendliche eingeführt werden?“. Die Argumente der sozialen Gerechtigkeit und Durchmischung brachten Iven und Joris auf unterschiedlichen Positionen auf den Punkt, Meiko zeigte die aktuelle politische Ausgangslage auf und Fynn wies bemerkenswert auf die Freiheit jedes einzelnen Jugendlichen hin. Nach zwei Debatten kristallisierte sich heraus, dass Iven Behrendt (1. Platz) und Joris Röhe (2. Platz) besonders überzeugten und den Schulwettbewerb gewannen. Auch sie vertreten unsere Schule beim Regionalwettbewerb in Niebüll. Herzlichen Glückwunsch!

Die Nordseeschule wünscht allen Teilnehmenden viel Erfolg am 10.02.2026 beim Regionalwettbewerb in Niebüll. Wir drücken die Daumen, dass unsere Schule auch dort mit starken Argumenten glänzen kann.

Abschließend gilt ein großer Dank den Deutschlehrkräften der 9. und 10. Jahrgangsstufe sowie den Juroren und Jurorinnen, die auch in diesem Jahr aus Lehrkräften und Schülern und Schülerinnen bestanden. Durch ihre Organisation und faire Bewertung haben sie diesen Wettbewerb erst möglich gemacht. Ein besonderer Dank geht in diesem Sinne an Annemarie Sprenkmann, Julia Korotkow, Anna Kleis, Meiko Jensen und Fynn Dettmer (Jury-Mitglieder im Wettbewerb der Sekundarstufe 1) und an Finn Abraham, Kjell Wiele, Ole Bahnsen und Lenn Iben, die ihre Fähigkeiten als Zeitwächter eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.

Albert Vietz, Susanne Pauls und Nomke Hinz-Johannsen

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