Heldenmut damals und heute: Von John Maynard zu Chesley Sullenberger – Balladen im Deutschunterricht der Klasse 7b
Balladen erzählen von Mut, Geheimnissen, Abenteuern und großen Gefühlen – und genau damit haben sich unsere Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b in den letzten Wochen intensiv beschäftigt. Ausgangspunkt unserer Unterrichtsreihe war die berühmte Ballade „John Maynard“ von Theodor Fontane, die wir gemeinsam gelesen, analysiert und besprochen haben. Dabei ging es besonders um Spannung, Heldenmut und die besondere Verbindung von erzählender Geschichte und dichterischer Sprache, die eine Ballade ausmacht.
Anschließend konnten die Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden, wie sie sich mit dem Thema Ballade weiter beschäftigen wollten: Entweder eine bekannte Ballade auswendig vortragen oder selbst kreativ werden und eine eigene Ballade schreiben. Als inhaltliche Grundlage für die neuen Texte diente ein reales Ereignis: Die spektakuläre Notlandung von der US Airways Flight 1549 im Jahr 2009 auf dem Hudson River. Der Großteil der 7b zeigte ihr Können beim Vortragen der Balladen.
Swantje Pickhardt und Matz Kühn entschieden sich für den kreativen Weg – und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Mit viel Fantasie, spannenden Geschichten und beeindruckenden Reimen sind ganz unterschiedliche Balladen entstanden. In diesem Artikel möchten wir die gelungenen Werke vorstellen und die großartigen Ideen, den Mut zum Schreiben und die Mühe unserer jungen Autorinnen und Autoren würdigen.
Bevor Sie nun selbst in eine dieser neu entstandenen Balladen eintauchen, laden wir Sie ein, sich von der Kreativität und dem erzählerischen Talent unserer Schülerinnen und Schüler überraschen zu lassen. Die folgende Balladen greifen die dramatischen Momente der Notlandung auf und zeigen, wie aus einem historischen Ereignis eine spannende und eindrucksvolle Dichtung werden kann.
Viel Freude beim Lesen
wünscht Ihnen die Klasse 7b und Frau Hinz-Johannsen
Airbus A320 - von Swantje Pickhardt
In der Stadt der großen Träume
Ein ganz normaler Tag
An Bord des Fliegers saßen viele Leute
Das Flugzeug war bereit zum Start
Ladys and Gentleman wir heben jetzt ab
Über den Hudson River ohne Ach und Krach
Flog der Vogel äußerst problemlos
Doch dann kam der Schrecken und die Not
„Alarm, Alarm viel zu viel Probleme!“
Auf dem Spiele stehen viele Leben
„Mayday, Mayday wir stürzen ab!
Hilfet, hilfet es macht gleich platsch“
Schreie, Weiner, Krächzen und Panik
Aus dem Cockpit erklingt: „Ihr sterbet nicht!
Ojemine, was tu ich denn nun?“
Doch in seinem Kopf sein verstorbenes Huhn
„Ich kann jetzt nicht sterben
Nicht heute nicht hier“
In seiner Vision das Flugzeug in Scherben
Auseinander ohne ein klapperndes Scharnier
Das Wasser immer näher kam
Doch Sullenberger hat kräftigen Arm
Die Spannung wurde riesengroß
Doch Rettung, der Pilot
Applaus, Applaus „Was ist denn los?“
Niemand war mehr in der Not
Das kleine Kind, das grad noch schreite
Danach nur noch laut weinte
Jedermann überlebte
Überlebte nur so
Der Dank an Sullenberger war äußerst groß
Der gebrechliche Mann lebte weiter
Denn er nutzte die Flugzeugnotleiter
Die junge Dame ohne Verletzung
Grund dafür war die Besatzung
Das tote Huhn allein im Himmel
Doch das auf dem Flugzeug platzierte Kindl
War bei der Ehrung Sullenbergers dabei
Die Ehre heute war nicht zu klein
Als Held geht er in die Geschichte ein
Sullenberger ist kein Idiot
Hielt das Flugzeug zusammen wie Holz und Leim
Der Airbus A320 nie mehr wieder in Not.
Hudson River - von Matz Kühn
Sullenberger wusste, dass etwas nicht stimmte
als er Vögel an der Pilotenkanzel sah,
an der Turbine zu nah.
Es krachte, keiner lachte
im gleichen Moment eine Stimme ertönte:
„Bitte einmal alle anschnallen, wir haben leichte Turbulenzen.‘‘
Die Kinder waren am Heulen und Kreuzworträtsel ergänzen.
Es war keine Rettung nah,
dann glaubte Sullenberger nicht was er sah,
der Hudsen River er war da.
Und er hielt das Steuer fest in der Hand,
bis er das Wasser gewann.
Rapide sinkt die A320,
das ist ziemlich ranzig
und gemeinsam mit der Flugbegleiterin
fällt die Windel vom alten Mann hin.
Der Airbus landete im Hudson,
sie war am Patzen.
Nach Hilfe jeder rufet,
das bedeutete nichts Gutes
Während Sullenberger außen ruhig, innen angespannt,
da saß an der Flugzeugwand.
Rettung näherte, Rettung war da
und Sullenberger endlich erleichtert war.
Aber Sullenberger nachher sagte:
„Nur mein Job gemacht, ich habe.“
Ende
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