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Theaterfahrt nach Hamburg – "Die Stunde da wir nichts voneinander wußten"

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von Satu Stührmann
aktualisiert: 10.09.2019 19:38 von La

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Als wir am Nachmittag des 13. Juni 2019 in den Bus Richtung Hamburg stiegen, schien die Sonne warm vom Himmel und wir wussten noch nicht, was uns in Die Stunde da wir nichts voneinander wußten erwarten würde. Uns war lediglich bekannt, dass die Inszenierung aus der Feder der beiden estnischen Regisseure Tiit Ojasoo und Ene-Liis Semper stammt und bereits seit vier Jahren vom Hamburger Thalia-Theater realisiert wird.

Nachdem wir glücklicherweise ohne Stau in Hamburg angekommen waren, hatten wir noch Zeit, uns an die Binnenalster zu setzen und eine Kleinigkeit zu essen, bis wir kurz vor 20 Uhr am Thalia-Theater eintrafen. Dort suchten wir unsere Plätze, die sich zu unserer Freude relativ weit vorne im Parkett befanden. Um 20 Uhr begann die Vorstellung dann mit einem Bühnenbild, das zu Beginn an eine Modenschau erinnerte, denn es liefen zunächst einige Männer in modernen Mänteln über die Bühne. Jedoch erkannten wir sehr bald, dass es sich nicht um die Darstellung einer inszenierten Modenschau, sondern um eine Inszenierung der Realität handeln sollte. In dieser Realität gingen, rannten, rutschten, krochen und turnten verschiedene Menschen über die Bühne.

Was zunächst für ein wenig Verwirrung in unseren Reihen sorgte, wandelte sich schnell zu purem Staunen. Komplett wortlos brachten die Schauspieler ihre Geschichten herüber. Sie trugen ihr Wesen an den Zuschauer, ohne dabei eine laufende Handlung oder Worte gebrauchen zu müssen. Ihr Schauplatz war lediglich ein schlichtes Bühnenbild, dass von gelegentlichen Geräuschen und einem selten einsetzenden sehr beeindruckenden Chor ergänzt wurde.

So schlicht das Bühnenbild gehalten war, desto vielfältiger war die Auswahl an Kostümen und Requisiten. Rollstühle, Regenschirme, Girlanden, Kerzen, Kartons, bunte, grelle und schlichte Kostüme waren auf der Bühne vertreten und zeigten den Charakter der mit ihnen agierenden Personen. Menschen aller Altersklassen und verschiedener Herkünfte waren in Die Stunde da wir nichts voneinander wußten vertreten. Die Abläufe auf der Bühne waren ironisierend, bewegend, Fragen aufwerfend, gesellschaftskritisch und teilweise fast ein wenig verstörend, jedoch auf eine Weise, die man nicht als geringwertig oder niveaulos empfand - im Gegenteil, das Niveau schien sehr anspruchsvoll und die besagten Szenen regten zum Nachdenken an.

Jeder hat eine eigene Geschichte, über die er vielleicht nicht öffentlich spricht, die sich bei genauem Betrachten aber ganz klar in seinem Auftreten widerspiegelt. Wer auf die Menschen in seiner Umgebung achtet und nicht ausschließlich auf sich fokussiert an ihnen vorbei rauscht, lernt viel über sie und gleichzeitig vermutlich auch einiges über sich selbst.

Die genaue Handlung ist schwer in Worte zu fassen und eine allgemeine Pointe nicht zu formulieren. Das Stück ist für jeden individuell aufzunehmen und zu interpretieren. Auf diese Weise kann jeder für sich selbst entscheiden, was er über das Stück denken möchte - meiner Meinung nach sollte allerdings jeder die Inszenierung selbst einmal ansehen, um sich so seine eigene Geschichte dessen, was die auftretenden Menschen zu denen gemacht hat, was sie sind, zu

erschließen. Denn man lernt nicht nur etwas über die auftretenden Schauspieler und die Charaktere, die diese verkörpern, man lernt auch einiges über sich selbst.

Die eigene Interpretation des Stücks dient als Spiegel der eigenen Gedanken und berührt somit jeden individuell. Eines ist jedoch sicher: Wer das Stück sieht, wird anschließend viele Fragen haben, die er für sich selbst beantworten muss. So lernt man etwas fürs Leben – und sei es auch nur, dass man mehr auf die Menschen in seiner Umgebung achten sollte und uns manchmal der allgemeinen Tunnelblick unglaublich in der Wahrnehmung unserer Umgebung einschränkt. Und wie sagt man so schön? Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.


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Stand: 14.10.2019 23:11