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Nordseeschülerin gehört zu den Besten in Latein

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Aus dem Jahrbuch
aktualisiert: 01.04.2017 20:24 von Sh

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Fünfzehn Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Gymnasiums der Nordseeschule St. Peter-Ording stellten sich einer besonderen Herausforderung. Ihre Lateinlehrerin Lena Grützmacher hatte sie zur Teilnahme am Wettbewerb „Certamen Cimbricum“ ermuntert und bei ihnen Erfolg gehabt.- Hinter diesen beiden lateinischen Vokabeln verbirgt sich der „Wettbewerb Alte Sprachen in Schleswig-Holstein“. Zur Teilnahme fordern im Zwei-Jahres-Rhythmus der Deutsche Altphilologenverband, Landesverband Schleswig-Holstein, und die „Freunde der Antike“ e.V. alle Oberstufenschüler mit dem Kurs „Latein“ in den Gymnasien von Flensburg bis zur Elbe auf. Die Römer fürchteten zwar damals die Cimbern der jütischen Halbinsel, aber 250 Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein von heute nicht die geforderte Auseinandersetzung mit deren Sprache. Sie haben damit zugleich gemäß der Fachanforderungen Latein die Möglichkeit für sich in Anspruch genommen, die Teilnahme am „Certamen“ zu einer besonderen Lernleistung auszubauen, die für das Abitur Berücksichtigung finden kann.

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Für Alevtyna Zinchenko aus dem 11. Jahrgang hat sich die Teilnahme besonders gelohnt. Die St. Peter-Ordinger Schülerin, die den 3. Platz belegt hat, gehört mit Simon Meyer (Max-Planck-Schule Kiel), Coralie Common (Ernst-Barlach-Gymn. Kiel), Aline Dhel (Gymnasium Kronshagen), Käthe Sophie Kahl (Gymnasium Schloss Plön) und Tilman Clasen (Ludwig-Meyn-Gymn. Uetersen) zu den besten Lateinschülern in Schleswig-Holstein.

Der Wettbewerb hat zwei Runden. Zunächst musste bereits im November ein Text von ca. 200 Wörtern unter abiturähnlichen Bedingungen übersetzt werden. Die Thematik war höchst aktuell: „In tyrannos! Wider die Willkür skrupelloser Machtmenschen.“- Auf solcher Art Texte antiker Autoren haben sich in späteren Zeiten sowohl Machthaber als auch Revolutionäre aller Couleur bezogen. Bei dem zu übersetzenden Text von Cicero ging es um die Problematik des Tyrannenmordes.

Alevtyna empfand es als aufregend, und zugleich machte es ihr Spaß, an die Übersetzung heranzugehen. Latein hatte sie schon immer fasziniert. „Für mich war das als Kind die Sprache der Zaubersprüche und des Mittelalters. Latein stellte für mich eine Art andere mysteriöse Welt dar. In der sechsten Klasse habe ich versucht, mir die Sprache selbst beizubringen, aber das mit den Betonungsregeln klappte nicht so“, sagte sie. Als sie dann vor Weihnachten erfuhr, dass sie zu den 44 besten Übersetzern gehörte – sie teilte sich mit Tilman Clasen den fünften Platz – und für die zweite Runde die Aufforderung erhielt, eine kreative Arbeit zu „Tyrannen in der Antike“ zu fertigen, „war das für mich ein schönes Gefühl von Freude, aber gleichzeitig eine Herausforderung, und ich machte mich gleich an die Aufgabe.“ Von den Kreativmöglichkeiten – Aufsatz, Rede, Gedicht, Hörspiel oder Skulptur bzw. Collage oder Bild o.a. – wählte sie die Art eines Bildes. Erst einmal aber stand historische Quellenrecherche an. Sie beschäftigte sich besonders mit Tacitus (röm. Historiker und Senator, 58 bis um 120 n.Chr.) und Sueton (röm. Historiker, Kaiserbiographien, um 70 bis nach 120 n.Chr.). Dabei stieß sie in der Geschichtsschreibung von Sueton auf den Spruch „usque adeone mori miserum est?“ (Ist Sterben denn so entsetzlich?). Nero hört diesen Satz von einem seiner Wächter, als er selbst fliehen will. Denn niemand von seiner Leibwache mochte ihn auf der Flucht begleiten. Somit war Nero sozusagen dem Tod ausgeliefert, und konnte es nicht fassen, dass er als mächtiger Kaiser plötzlich im Stich gelassen wurde. Diese Kenntnisse aus der römischen Geschichte hat sie bildhaft gestaltet. „Nero war für mich interessanter als die ‚Mustertyrannen‘ Cäsar, Tarquinius Superbus oder Domitian“, erklärte sie ihre Entscheidung.

Insgesamt 18 kreative Arbeiten gingen ein, die alle am 18. März im Rahmen der Preisverleihung in der Kieler Kunsthalle mit einem Preis prämiert wurden. Mit acht anderen Teilnehmern war dort auch Alevtyna zur persönlichen Vorstellung ihrer Kreativarbeit innerhalb von ca. fünf Minuten aufgefordert. Das gelang ihr „beeindruckend“, wie es die mit Karin Saage für den Wettbewerb Verantwortliche Renate Neeland formulierte.

In der Gesamtplatzierung hat sich die 16-jährige Nordseeschülerin, die im Juni 2014 aus der Ukraine mit verhältnismäßig geringen Deutschkenntnissen an die Nordseeschule kam, im „Certamen Cimbricum“ selbst mit dem dritten Platz „beschenkt“. Die Freude an der mit dieser hervorragenden Leistung verbundenen Arbeit merkt man Alevtyna Zinchenko an. Latein macht ihr einfach viel Spaß. „Herzlichen Glückwunsch“ kann man da nur sagen.- Dies aber auch in Richtung Nordseeschule. Vor zwei Jahren gingen sowohl der erste als auch der dritte Platz an zwei Oberstufenschülerinnen des Gymnasiums in St. Peter-Ording. Es ist gut, dass es nicht nur solche Wettbewerbe gibt, sondern Schule und Lehrkräfte diese Gelegenheiten wiederholt nutzen, Jugendliche dafür zu motivieren und sie so nachhaltig zu fördern.

Hric, 21. März 2017, www.jb-spo.de und HN


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